Der Immobilienfonds-Skandal um den Verius-Fonds trifft deutlich mehr Organisationen als bisher bekannt. Neben rund 20 Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die etwa 400 Millionen Euro verloren, haben auch rund 50 weitere Einrichtungen Geld in den Fonds gesteckt – darunter Kirchenkreise, Pensionskassen, Sterbekassen und ein Bistum. Zusammen investierten diese Direktanleger knapp eine Milliarde Euro. Das zeigen gemeinsame Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung.
Konkret betroffen sind unter anderem der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Hamburg-Ost, der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein, das Bistum Augsburg sowie die Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung der TÜV in Deutschland. Alle Organisationen hatten dort Mitgliedergelder angelegt, die etwa für die Altersvorsorge bestimmt waren. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost räumt ein, Teile bereits abgeschrieben zu haben – das Geld gilt damit als verloren. Hamburg-West/Südholstein rechnet nach eigenen Angaben „nicht mehr mit nennenswerten Rückflüssen".
Die meisten betroffenen Einrichtungen schweigen öffentlich zu ihren Investments. Beim Kirchenkreis Hamburg-Ost fallen deshalb die Ausschüttungen an angeschlossene Körperschaften in diesem Jahr geringer aus.
Verius-Fonds reißt Kirchen und Pensionskassen in den Verlust
Warum das wichtig ist
Wer Mitglied einer betroffenen Pensionskasse oder Sterbekasse ist, muss möglicherweise mit geringeren Auszahlungen rechnen – die Renten- und Pensionsansprüche der Kirchenbeschäftigten in Hamburg-Ost sind laut Kirchenkreis jedoch nicht betroffen.