US-Finanzminister Scott Bessent hat Ende August neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt und dabei von einem „wirtschaftlichen D-Day" gesprochen. Im Fokus stehen diesmal nicht iranische Institutionen selbst, sondern die internationalen Netzwerke, über die Teheran Geld und Waren bewegt – konkret: Goldhandel, Kryptowährungen, Technologie, Luftfahrt und Schifffahrt. Rund 60 Personen, Organisationen und Schiffe sind betroffen.

Die Strategie setzt auf Druck von außen: Ausländische Unternehmen, die dem Iran bei Geldtransfers helfen, sollen vom Dollar-Finanzsystem ausgeschlossen werden. Große chinesische Banken nimmt Washington dabei jedoch bewusst aus – ein Zeichen dafür, dass der wichtigste Handelspartner des Iran eine rote Linie darstellt. Irans Öllieferungen nach China sanken im August bereits auf 534.000 Barrel pro Tag, nach 1,58 Millionen Barrel Anfang 2026.

Die wirtschaftliche Lage im Iran ist ohnehin dramatisch: Die Inflation liegt bei knapp 90 Prozent, Lebensmittelpreise stiegen im Juli um rund 128 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ökonom Klaus-Jürgen Gern vom Kieler Institut für Weltwirtschaft bezweifelt dennoch, dass die Sanktionen das Regime politisch unter Druck setzen werden.