Der seit dem 1. Oktober geltende staatliche Tankrabatt erreicht Autofahrer in Deutschland nicht vollständig: Das Ifo-Institut hat in den ersten fünf Tagen nach Einführung eine Lücke zwischen Steuersenkung und tatsächlicher Preissenkung an der Zapfsäule festgestellt.

Konkret gaben Tankstellen beim Diesel durchschnittlich 15 der 17 Cent Steuersenkung je Liter weiter, bei Super E5 gut 16 Cent und bei Super E10 ebenfalls 15 Cent. Der Bund verzichtet im Rahmen der Maßnahme auf Energie- und Mehrwertsteuer in Höhe von 16,7 Cent pro Liter.

Die Weitergabe schwankt stark: Am Einführungstag floss der Rabatt vollständig durch, am Wochenende blieb er teilweise aus. Bei Super E10 sank die Weitergabe von Donnerstag bis Sonntag um rund 7 Cent, erholte sich montags aber wieder auf über 15 Cent.

Ifo-Ökonom Christian Gréus kritisiert die soziale Treffsicherheit: Haushalte mit geringem Einkommen, kleinen Autos und wenig Fahrleistung profitierten kaum. Der Branchenverband En2x widerspricht und besteht darauf, die Preise seien zu jedem Zeitpunkt um die vollen 17 Cent gesunken.

Parallel gerät Frankreich an den Finanzmärkten unter Druck: Die Risikoaufschläge auf französische Staatsanleihen – also der Zinsaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen – erreichten mit rund 150 Basispunkten den höchsten Stand seit der Eurokrise 2012. Die französische Regierung schloss ein Eingreifen der EZB über ihr Notprogramm TPI vorerst aus.