Die EZB-Zinserhöhungen kommen bei Sparern an – doch wie viel tatsächlich ankommt, hängt stark von der Bank ab. Direktbanken wie Chase und Revolut locken Neukunden mit bis zu vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld. Hessische Sparkassen zahlen Bestandskunden dagegen im Schnitt gerade einmal 0,33 Prozent – der bundesweite Durchschnitt liegt bei 1,40 Prozent.
Die attraktiven Angebote der Direktbanken haben einen entscheidenden Haken: Sie gelten ausschließlich für Neukunden und sind befristet – maximal sechs Monate, erklärt Ralph Wefer, Bankenexperte beim Vergleichsportal Verivox. Danach fallen die Konditionen auf das oft deutlich niedrigere Bestandskundenniveau. Dazu kommt: Viele Anbieter begrenzen die anlegbare Summe und verlangen Zusatzprodukte, etwa die gleichzeitige Eröffnung eines Girokontos. Wer nur auf hohe Zinsen aus ist, sollte solche Bedingungen laut Wefer kritisch prüfen.
Auch regionale Unterschiede sind erheblich. Hessische Genossenschaftsbanken bieten Bestandskunden im Schnitt 0,55 Prozent – knapp die Hälfte des Bundesschnitts. Wer mehr herausholen will, kommt um einen Vergleich kaum herum.
Tagesgeld: Bis zu 4 Prozent Zinsen – aber nur mit Haken
Warum das wichtig ist
Wer sein Tagesgeld bei einer hessischen Sparkasse parkt, bekommt mit 0,33 Prozent weniger als ein Viertel des bundesweiten Durchschnitts von 1,40 Prozent – ein Wechsel kann sich also lohnen, sofern man das Kleingedruckte liest.