Die Renditen für Staatsanleihen steigen weltweit. Zehnjährige US-Staatsanleihen nähern sich der Fünf-Prozent-Marke, Deutschland zahlt rund 3,3 bis 3,5 Prozent – der höchste Stand seit der Finanzkrise 2008/09. Dahinter stecken zwei Kräfte: steigende Inflation und ein enormer Kreditbedarf der Technologiebranche.

Allein für KI-Rechenzentren könnten bis 2028 weltweit rund 2,9 Billionen Dollar investiert werden, schätzt die US-Bank Morgan Stanley. Einen Teil – rund 1,5 Billionen Dollar – müssen die Konzerne über Kredite finanzieren. Das erhöht die Nachfrage nach Kapital, ohne dass das Angebot gleich mitzieht. Kredite werden deshalb teurer. Hinzu kommt ein strukturelles Risiko: Etwa 800 Milliarden Dollar dieser Kredite kommen aus dem sogenannten Private Credit – Finanzierungen außerhalb des klassischen Bankensystems, die für Aufsichtsbehörden schwerer einsehbar sind.

Ökonomen betonen jedoch: Steigende Zinsen sind zunächst eine normale Marktreaktion. Sie bremsen übermäßige Kreditaufnahme automatisch ein. Entscheidend ist, ob Staaten und Unternehmen ihre Schuldenlast dauerhaft tragen können – das bleibt offen.