Die Bundesregierung hat diese Woche eine Steuerreform beschlossen, die laut eigener Aussage der großen Mehrheit der Steuerzahler mehr Netto vom Bruttoeinkommen bringen soll – besonders Familien mit Kindern.

Wer konkret profitiert, zeichnet sich bereits ab: Niedrige Einkommen gewinnen durch die Reform, während Top-Verdiener höhere Abgaben tragen. Die Regierung betont, im Fokus stünden Menschen, „die das Land zusammenhalten und täglich hart arbeiten". Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie die Reform gegenfinanziert werden soll – Ökonomen zweifeln daran, dass die vorgesehenen Maßnahmen dafür ausreichen.

Das Urteil der Fachwelt fällt zurückhaltend aus. Dominika Langenmayr, Steuerprofessorin an der Universität Eichstätt-Ingolstadt, nennt die Reform „keine große Überraschung, aber keine mutige Reform" – und vermisst den großen Wurf. Viele Detailfragen bleiben laut Langenmayr bislang ungeklärt.