Die geplante Einkommensteuerreform der Bundesregierung bringt vielen Arbeitnehmern weniger als versprochen – das zeigen Berechnungen des Finanzwissenschaftlers Frank Hechtner von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, über die die Frankfurter Allgemeine Zeitung zuerst berichtete.

Das Problem: Die Koalition senkt zwar die Einkommensteuer, gleichzeitig steigen aber die Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Wer beides zusammenrechnet, landet im Minus. Ein kinderloser Single mit 3.000 Euro Bruttolohn verliert 2028 neun Euro Nettolohn im Jahr gegenüber 2026 – ausgerechnet eine Gruppe, die Bundesfinanzminister Lars Klingbeil eigentlich entlasten wollte. Bei höheren Einkommen fällt der Verlust deutlich größer aus: 6.000 Euro brutto bedeuten minus 242 Euro im Jahr, bei 9.000 Euro brutto sind es sogar 904 Euro.

Hinzu kommt: Diese Zahlen sind nominal. Die Inflation ist darin nicht eingerechnet, die reale Belastung dürfte also noch höher ausfallen. Etwas besser stehen Familien da, weil die Koalition das Kindergeld um insgesamt 13 Euro monatlich und den Kinderfreibetrag um 240 Euro jährlich erhöhen will.