Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland zahlen derzeit aus mehreren Gründen mehr an der Zapfsäule: Niedrigwasser am Rhein, ein Krieg im Nahen Osten und explodierende Konzerngewinne belasten gleichzeitig den Kraftstoffmarkt.

Das Niedrigwasser am Rhein trifft vor allem den Westen Deutschlands hart. Laut Bundeskartellamt lagen die regionalen Preisunterschiede im Juli bei bis zu elf Cent pro Liter Benzin und zehn Cent bei Diesel. Grund: Die Frachtrate für Tankertransporte von Rotterdam nach Karlsruhe stieg von rund 45 Euro Ende Juni auf 150 bis 160 Euro pro Tonne. Am Pegel Kaub wurden zuletzt nur noch 24 Zentimeter gemessen – ein historischer Tiefstand.

Am günstigsten tankt man derzeit in Bayern: Bei Super E5 liegt der Freistaat laut Tankerkönig-Daten bis zu 8 Cent unter dem teuersten Bundesland. Der bundesweite ADAC-Tagesdurchschnitt für E10 betrug zuletzt 2,145 Euro, Diesel kostete 2,225 Euro pro Liter.

Das Kartellamt hat gegen alle Raffineriebetreiber Verfahren eröffnet, um deren Preisgestaltung zu prüfen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt dämpft jedoch Erwartungen: Das Kartellrecht könne Spritpreise nicht unmittelbar senken.

Global profitieren Ölkonzerne massiv vom Nahost-Konflikt, der die Straße von Hormus – eine wichtige Schifffahrtsroute für Öltanker – blockiert. BP verdoppelte seinen bereinigten Quartalsgewinn auf 5,73 Milliarden Dollar, Shell verdreifachte ihn auf 10,8 Milliarden, ExxonMobil verdoppelte auf 14,5 Milliarden Dollar.