Die geplante Rentenreform stärkt Deutschlands Kreditwürdigkeit an den Finanzmärkten – kostet aber kurzfristig Wirtschaftswachstum. Das ist das Fazit einer Studie der Ratingagentur Scope, die Bonitätsnoten für Staaten und Unternehmen vergibt.
Deutschland hält derzeit die Bestnote AAA, die günstige Staatsanleihen ermöglicht. Diese Bewertung gerät laut Scope unter Druck: Mit steigenden Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur wächst die Schuldenquote von derzeit rund 63 Prozent bis 2036 auf 81 Prozent – deutlich über dem EU-Stabilitätslimit. Die Rentenreform würde gegensteuern: Die jährlichen Bundeszuschüsse ans Rentensystem, die 2025 bei 93,2 Milliarden Euro liegen, blieben 2035 bei etwa 2,2 statt 2,33 Prozent des BIP. Scope nennt das eine „moderate Entlastung". Besonders die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung und die Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 bewertet Scope als „essenziell".
Der Haken: Höhere Rentenbeiträge für Arbeitgeber und Beschäftigte schwächen die Wirtschaft zunächst um rund 0,15 Prozent des BIP. Die Vorteile kommen erst ab Mitte der 2030er Jahre.
Scope: Rentenreform sichert AAA-Rating, bremst aber Wirtschaft
Warum das wichtig ist
Wer heute arbeitet, zahlt durch die geplante Kapitalrente höhere Beiträge – spürt die Entlastung aber frühestens in zehn Jahren.