Alexander Schweitzer wird neuer Bundesarbeitsminister. Er folgt auf Bärbel Bas, die nach dem Tod ihrer Stieftochter und öffentlichen Angriffen aus den Reihen des Koalitionspartners von beiden Spitzenämtern zurückgetreten ist – als Ministerin und als SPD-Co-Vorsitzende.
Der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz erbt eine dichte Agenda. Im Zentrum steht die Rentenreform, die Kanzler Friedrich Merz als „Jahrhundertreform" bezeichnet. Eine Regierungskommission legte im Juni 33 Empfehlungen vor – darunter zwei besonders umstrittene: die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters entsprechend der Lebenserwartung sowie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, bekannt als „Rente mit 63". Schweitzer selbst lehnte diese Abschaffung noch Ende September öffentlich ab und berief sich auf Leistungsgerechtigkeit.
Genau darin liegt sein Problem: Die Union drängt auf rasche strukturelle Reformen, die SPD will Arbeitnehmerrechte schützen. Schweitzer sitzt zwischen beiden Lagern – und muss sich zunächst in ein komplexes Ressort einarbeiten.
Schweitzer übernimmt Arbeitsministerium mit brisanter Reformliste
Warum das wichtig ist
Wer nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen will, muss die Entscheidung über die „Rente mit 63" genau verfolgen – sie steht unter dem neuen Minister erneut zur Debatte.