Rund 18 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben eine Betriebsrente – die andere Hälfte geht leer aus. Besonders betroffen sind Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen sowie Geringverdiener, also genau jene, die eine Zusatzvorsorge am nötigsten hätten. Laut der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung bieten 57 Prozent der Arbeitgeber gar keine Betriebsrente an.
Das deutsche Rentensystem setzt in der Theorie auf drei Säulen: gesetzliche Rente, Betriebsrente und private Vorsorge. In der Praxis klafft die zweite Säule weit auf. Länder wie die Niederlande, Schweden und Dänemark zeigen, wie es anders geht: Dort legen Tarifverträge die betriebliche Altersvorsorge verbindlich fest, Verbreitungsquoten von 90 bis 95 Prozent sind keine Seltenheit.
Auf Empfehlung der Rentenkommission sollen Gewerkschaften und Arbeitgeber nun gemeinsam Lösungen erarbeiten – bis Ende des Jahres. Eine Auftaktsitzung wurde allerdings bereits vertagt, die Fronten zwischen den Sozialpartnern gelten als verhärtet.
Betriebsrente fehlt der Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland
Warum das wichtig ist
Wer in einem Betrieb mit weniger als fünf Mitarbeitern arbeitet, hat 2023 nur mit 25-prozentiger Wahrscheinlichkeit Anspruch auf eine Betriebsrente – und damit eine deutlich größere Rentenlücke im Alter.