Im März 2025 präsentierte die Schufa ihren neuen Bewertungsansatz als weltweite Premiere: ein einziger Score, basierend auf zwölf offengelegten Kriterien – darunter die Wohndauer an der aktuellen Adresse und das Alter des ältesten Bankvertrags. Jeder Verbraucher sollte nachvollziehen können, wie seine Kreditwürdigkeit berechnet wird. Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig lobte den Schritt öffentlich.

Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung zeigen nun: Parallel dazu hat die Schufa weitere, deutlich komplexere Scores entwickelt und bietet diese bereits Firmenkunden an. Darunter ist ein spezieller Hypotheken-Score für Hauskäufer, der seit Sommer 2025 Geldinstituten zur Verfügung steht. Entgegen dem zentralen Versprechen sehen Banken damit gerade nicht denselben Score wie Verbraucher.

Die Schufa speichert Daten von mehr als 68 Millionen Menschen in Deutschland. Ihre Bewertungen beeinflussen Entscheidungen über Kredite, Handyverträge und Versicherungen. Matthias Spielkamp von der Organisation AlgorithmWatch bezeichnete die Transparenzoffensive angesichts der Rechercheergebnisse als „ganz großen Schwindel".