Zwei wirtschaftspolitisch relevante Themen dominieren den Tag: die Notreparatur der saudischen Ost-West-Pipeline nach einem Drohnenangriff und die mögliche Kehrtwende beim deutschen Rentenrecht.

Vom Iran unterstützte Milizen hatten die saudische Ost-West-Pipeline mit Drohnen angegriffen und dabei Pumpstation 11 nahezu zerstört. Arbeiter verlegten seither zwei Leitungen überirdisch um die Station herum und schütteten zum Schutz vor weiteren Angriffen einen Erdwall auf.

Satellitenbilder deuten laut WirtschaftsWoche darauf hin, dass Saudi-Arabien die Pipeline bald mit halber Kapazität wieder hochfährt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, das Königreich befinde sich in einer frühen Phase der Wiederinbetriebnahme; asiatische Raffinerien könnten demnach bald wieder Öl im Hafen Yanbu aufnehmen.

Der wirtschaftliche Druck ist enorm: Jeder Ausfalltag kostet Saudi-Arabien laut Quellen 400 bis 700 Milliarden Dollar Umsatz. Als Überbrückung steigerte das Land seine Ölexporte durch die Straße von Hormus von 700.000 auf rund drei Millionen Barrel täglich.

In Deutschland erwägt die schwarz-rote Koalition, die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren – bekannt als „Rente mit 63" – zurückzunehmen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärte am 21. September im Deutschlandfunk, die Regelung werde bleiben.

Berechnungen der Alterssicherungskommission zeigen: Ein Festhalten an der Rente mit 63 kostet die Versichertengemeinschaft jährlich rund 430 Millionen Euro, da rund 30 Prozent der Neurentner diese Option nutzen.