Mehr Babyboomer denn je verlassen den Arbeitsmarkt früher als vorgesehen. Laut einer neuen Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bezogen 2024 rund sechs Millionen Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge eine Altersrente – 1,1 Millionen davon vor der gesetzlichen Regelaltersgrenze. Das sind 200.000 mehr als noch 2023.

Die Zahlen legen eine wachsende Lücke offen: Die Regelaltersgrenze – also das Mindestalter für eine volle Rente ohne Abzüge – stieg seit 2012 um zwölf Monate auf aktuell 66 Jahre. Das tatsächliche Rentenzugangsalter erhöhte sich im selben Zeitraum aber nur um acht Monate. Als Hauptursache nennen die IW-Forscherinnen die bestehenden Möglichkeiten zum vorzeitigen Renteneintritt, etwa die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren. Bis 2029 erreichen weitere 6,3 Millionen Babyboomer das reguläre Rentenalter – die Zahlen dürften also weiter steigen.

Das IW unterstützt deshalb die Empfehlung der Rentenkommission, den abschlagsfreien Frührenteneinstieg abzuschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas haben eine Umsetzung angekündigt. Gewerkschaften haben Widerstand angekündigt.