Die Bundesregierung plant, alle 33 Vorschläge der Rentenkommission umzusetzen. Bundeskanzler Friedrich Merz nennt das Paket von „allergrößter Bedeutung". Die Reaktionen aus der Wirtschaft fallen gespalten aus.
Die OECD – die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – begrüßt zentrale Elemente der Reform. Konkret lobt sie die geplante Einschränkung von Minijobs und die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, bekannt als „Rente mit 63". Beides könne dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Allerdings mahnt OECD-Experte Robert Grundke, dass Beamte ebenfalls in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden sollten – aus Fairnessgründen.
Scharf kritisieren die gewerkschaftsnahen Institute IMK und WSI den geplanten Kapitalstock: Dabei werden Rentenbeiträge an der Börse angelegt, um künftig Zusatzrenten zu finanzieren. Das Problem laut IMK-Direktor Sebastian Dullien: Erwerbstätige zahlen jahrzehntelang doppelt – für laufende Renten und den Aufbau des Fonds. Modellrechnungen zeigen, dass der Beitragssatz bis 2032 auf rund 22 Prozent steigen könnte, statt auf 20,4 Prozent ohne Kapitalstock. Ab 2028 drohen demnach rund ein Prozent weniger Wirtschaftswachstum und knapp 250.000 Arbeitsplätze weniger.
Rentenreform: OECD lobt, Ökonomen warnen vor 250.000 Jobs weniger
Warum das wichtig ist
Wer heute arbeitet, könnte bis 2032 monatlich spürbar mehr in die Rentenversicherung einzahlen – der Beitragssatz läge dann bei rund 22 statt 20,4 Prozent.