Zum 1. Juli 2026 erhalten Rentnerinnen und Rentner in Deutschland 4,24 Prozent mehr gesetzliche Rente. Das übertrifft die Erhöhung des Vorjahres, die bei 3,74 Prozent lag. Für viele bedeutet das mehrere Hundert Euro mehr im Jahr.

Die Anpassung folgt der Lohnentwicklung: Steigen die Gehälter der Beschäftigten, steigen auch die Renten – so funktioniert das Umlageverfahren, bei dem Beitragszahler direkt die Renten der heutigen Rentner finanzieren. Bis 2031 schützt zudem eine gesetzliche Haltelinie das Rentenniveau bei 48 Prozent des Durchschnittslohns, was die aktuelle Erhöhung zusätzlich stützt.

Danach soll sich das System grundlegend ändern. Die Rentenkommission empfiehlt, den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor – ein Mechanismus, der das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern berücksichtigt – ab 2032 verschärft anzuwenden. Renten würden dann langsamer steigen als Löhne. Als Ausgleich sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils ein Prozent des Bruttolohns in einen staatlichen Kapitalfonds einzahlen. Die Bundesregierung will diese Reformen noch vor der Sommerpause anstoßen.