Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will Gaslieferanten ab 2028 verpflichten, klimafreundliche Brennstoffe beizumischen – allerdings nur für private Haushalte. Industrie und Gewerbe sollen von der Pflicht ausgenommen bleiben. Das geht aus einem Eckpunktepapier des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Die sogenannte Grüngasquote ergänzt das bestehende Heizungsgesetz. Sie startet bei einem Prozent und steigt schrittweise: 2030 auf 5 Prozent, 2035 auf 20 Prozent, 2040 auf 50 Prozent – bis 2045 soll der gesamte Heizgas- und Heizölabsatz an Privathaushalte klimaneutral sein. Das Ministerium rechnet damit, bis 2030 zusätzlich zwei Millionen Tonnen CO₂ einzusparen.

Kritik kommt vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing warnt vor Engpässen und Preissteigerungen: »Bisher fehlt eine Antwort der Bundesregierung auf die zentrale Frage, woher die zusätzlichen Mengen an grünen Gasen kommen sollen.« Das Ministerium hält dagegen: Gutachten belegten ausreichende Potenziale, langfristig seien allein 113 Terawattstunden Biomethan in Deutschland mobilisierbar.