Bayerns Pflegeministerin Judith Gerlach fordert Bundesfinanzminister Lars Klingbeil auf, zwei konkrete Finanzlücken zu schließen: Mehr als fünf Milliarden Euro jährlich sollen künftig aus Steuermitteln fließen, um sogenannte versicherungsfremde Leistungen zu decken – also Ausgaben, die eigentlich der Allgemeinheit zugutekommen, etwa Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. Zusätzlich verlangt Gerlach die Rückzahlung von Corona-Schulden des Bundes gegenüber der Pflegeversicherung, ebenfalls mehr als fünf Milliarden Euro.

Rückendeckung kommt aus unterschiedlichen Lagern. Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, der bisherige Reformentwurf sichere zwar kurzfristig die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen, löse aber das eigentliche Problem nicht: Die Eigenanteile für Pflegebedürftige steigen weiter, während die Rückzahlung der Corona-Schulden ignoriert werde. Der DGB schlägt in dieselbe Kerbe und fordert zusätzlich einen Deckel auf Eigenanteile sowie eine solidarische Pflegevollversicherung, in die alle einzahlen.

Einig sind sich alle drei Seiten darin, dass der Bund Kosten nicht länger auf Pflegebedürftige und Angehörige abwälzen darf.