Der Konflikt am Persischen Golf hält die Energiemärkte in Atem: Brent-Rohöl kletterte auf 91 Dollar pro Barrel – ein Plus von rund drei Prozent und fast 30 Prozent über dem Zwischentief vom Juli.

Die steigenden Energiepreise schlagen direkt auf die Verbraucher durch. In Deutschland lag die Inflation im August bei 2,9 Prozent, angetrieben von Kraftstoffen und Heizöl, die sich um 10,5 Prozent verteuerten. Im gesamten Euroraum stieg die Teuerungsrate auf 3,3 Prozent – den höchsten Stand seit drei Jahren. Energie verteuerte sich dort sogar um 14,3 Prozent.

Als Gegenmaßnahme präsentierte US-Präsident Trump einen Öl-Deal mit Venezuela: Die Firma North American Blue Energy Partners erhält Förderrechte an 17 venezolanischen Ölfeldern mit 65 Milliarden Barrel nachgewiesener Reserven für 100 Jahre. Die USA sichern sich dabei 35 Prozent Unternehmensanteil sowie ein Vorzugsrecht auf 20 Prozent des geförderten Öls.

Marktexperten dämpfen jedoch die Erwartungen: Der Wiederaufbau der veralteten venezolanischen Förderinfrastruktur werde Jahre dauern, neue Ölfelder noch länger, sagt Stratege David Roche. Kurzfristige Entlastung an den Zapfsäulen ist damit nicht zu erwarten.

Mittelfristig droht weiterer Preisdruck: Das ifo-Institut warnt, dass Unternehmen gestiegene Energiekosten verzögert an Verbraucher weitergeben. Analysten halten eine Inflation von über 3 Prozent im Herbst für wahrscheinlich.