Der globale Ölmarkt sorgt für Turbulenzen: Saudi-Arabien senkt seine Preise für asiatische Abnehmer auf ein Sechsjahrestief, während Anleger an den Börsen weltweit mit steigenden Ölpreisen und Anleiherenditen kämpfen.
Saudi-Arabiens Staatskonzern Aramco hat den offiziellen Verkaufspreis für Arab Light Crude in Asien im November um drei Dollar je Barrel gesenkt – auf einen Abschlag von fünf Dollar gegenüber dem Referenzpreis. Für schwerere Sorten beträgt der Nachlass sogar fünf Dollar. Analysten hatten zuvor mit einer Preiserhöhung um fünf Dollar gerechnet.
Hintergrund sind explodierte Frachtkosten: Ein Supertanker für die Route Golf–China kostete zuletzt 1,2 Millionen US-Dollar pro Tag – vor einem Jahr waren es noch rund 80.000 Dollar. Mit den Rabatten will Aramco seinen Marktanteil in Asien sichern.
Europa zahlt dagegen drei Dollar mehr je Barrel über alle Sorten, US-Kunden bleiben unverändert.
An den Börsen drückte der Brent-Preis, der zeitweise über 102 Dollar je Barrel stieg, die Stimmung. Der DAX schloss 1,35 Prozent tiefer bei 25.104 Punkten. An der Wall Street gab der Dow Jones 0,7 Prozent nach.
Gleichzeitig erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen – also der Zins, den der Staat für geliehenes Geld zahlt – mit 5,36 Prozent den höchsten Stand seit 2002. Eine starke Anleiheauktion über 39 Milliarden Dollar bremste den Anstieg leicht.
Ölpreis treibt Märkte weltweit unter Druck – Asien zahlt weniger
Warum das wichtig ist
Steigende Ölpreise und Anleiherenditen erhöhen den Druck auf Inflation und Kreditzinsen – das kann Verbraucher beim Tanken und bei der Kreditaufnahme direkt treffen.