Der Ölpreis zieht nach erneuten US-Militärangriffen auf den Iran deutlich an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent – ein internationaler Rohöl-Referenzwert – verteuerte sich am Montag um rund 3 bis 4 Prozent auf knapp 80 Dollar. Damit liegt der Preis spürbar über dem Niveau von unter 70 Dollar, das vor Beginn des Konflikts Ende Februar galt.

Auslöser ist die vierte US-Angriffswelle seit Wiederaufflammen der Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch. Das US-Regionalkommando Centcom meldete, Dutzende Ziele mit Präzisionsmunition getroffen zu haben. Der Iran griff seinerseits Ziele in Kuwait, Jordanien und weiteren Golfstaaten an – darunter offenbar US-Stützpunkte. Kuwait meldete zudem Treffer auf eine Offshore-Bohrplattform.

Im Zentrum der Marktsorgen steht die Straße von Hormus, über die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft. Der Iran hatte angekündigt, die Meerenge zu schließen. Schiffsverfolgungsdaten zeigen, dass am Sonntag nur sechs Schiffe die Meerenge passierten – der niedrigste Wert seit fünf Wochen. Der DAX reagierte kaum und notierte zum Wochenstart nahezu unverändert bei rund 25.079 Punkten.