Die älteste noch bestehende Bank der Welt stemmt sich mit einem Doppelkauf gegen ihre eigene Übernahme. Monte dei Paschi di Siena (MPS) legte Angebote für die Banco BPM (25,3 Mrd. Euro) und den Vermögensverwalter Banca Generali (8,7 Mrd. Euro) vor – zusammen 34 Milliarden Euro. Anlass ist das rund 36 Milliarden Euro schwere Übernahmegebot des Turiner Rivalen Intesa Sanpaolo, das vor etwas mehr als zwei Monaten eingereicht wurde.

Hinter dem Vorstoß steht MPS-Chef Luigi Lovaglio. Gleichzeitig mit den Kaufangeboten kündigte er eine Sonderdividende von vier Milliarden Euro an, finanziert aus Barmitteln und Aktien der Generali-Beteiligung. Die Strategie: Durch den Zusammenschluss soll ein Konzern entstehen, der das Intesa-Angebot als unverhältnismäßig klein erscheinen lässt.

Die Hürden sind erheblich. Nach italienischem Recht braucht Lovaglio die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln seiner eigenen Aktionäre – die Passivitätsregel greift, sobald ein feindliches Übernahmeangebot vorliegt. Zusätzlich muss er die Crédit Agricole überzeugen, die knapp 30 Prozent an Banco BPM hält und einen früheren Fusionsversuch bereits blockiert hatte. Eine Hauptversammlung ist für den 29. Oktober angesetzt.