Zwei Reformen treffen Millionen Menschen im Geldbeutel: Das Bundeskabinett hat das Pflegeneuordnungsgesetz beschlossen, und die Versicherungswirtschaft hat die Typklassen für zehntausende Kfz-Modelle neu bewertet.
Bei der Pflegeversicherung bleibt der allgemeine Beitragssatz von 3,6 Prozent zunächst stabil. Kinderlose zahlen ab 1. Januar 2027 jedoch mehr: Ihr Zuschlag steigt von 0,6 auf 0,9 Prozent – das bringt der Pflegekasse laut Gesetzentwurf rund 3,3 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr. Als kinderlos gilt, wer weder leibliche noch Stief-, Adoptiv- oder Pflegekinder hat und älter als 23 Jahre ist.
Auch Gutverdiener sind betroffen: Die Beitragsbemessungsgrenze – also das Einkommen, bis zu dem Beiträge fällig werden – steigt 2027 um 300 Euro pro Monat. Ab 2028 kommt ein Zuschlag von 0,52 Prozent für bisher kostenlos mitversicherte Ehepartner hinzu; bei 50.000 Euro Jahreseinkommen entspricht das rund 260 Euro mehr pro Jahr.
Hintergrund der Eile: Die soziale Pflegeversicherung, der rund 74 Millionen gesetzlich Krankenversicherte angehören, steckt in akuter Finanznot und könnte ohne Stützung noch vor Jahresende zahlungsunfähig werden.
Bei der Kfz-Versicherung hat der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Typklassen – Einstufungen nach Unfallhäufigkeit und Reparaturkosten – für 33.860 Modelle neu berechnet. Für 7,4 Millionen Fahrzeughalter steigen die Klassen, für 5,1 Millionen sinken sie.
Mehr zahlen: Pflegereform und neue Kfz-Typklassen belasten Millionen
Warum das wichtig ist
Wer kinderlos, Gutverdiener oder Halter eines höher eingestuften Fahrzeugs ist, sollte seine Versicherungsverträge zeitnah prüfen und gegebenenfalls neu vergleichen.