Altersarmut trifft Frauen in Deutschland weit häufiger als Männer. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei erhielten im vergangenen Jahr mehr als 60 Prozent aller Rentnerinnen Bezüge unterhalb der Armutsgrenze – bei Männern lag dieser Anteil bei 27,8 Prozent. Die Armutsgrenze bezeichnet dabei ein Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens, was aktuell 1.446 Euro monatlich entspricht.
Ein Hauptgrund ist die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit – also unbezahlter Sorgearbeit wie Kindererziehung. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag die Erwerbstätigenquote von Müttern zwischen 35 und 40 Jahren im Jahr 2022 bei 69,5 Prozent, während Väter derselben Altersgruppe auf 92,7 Prozent kamen. Weniger Erwerbsjahre bedeuten weniger Rentenpunkte. Selbst wer 45 Jahre einzahlt, ändert daran wenig: Noch immer blieben 52,4 Prozent der Rentenbezüge von Frauen unter der Armutsgrenze. Die durchschnittliche Monatsrente von Frauen liegt bei 1.025 Euro – Männer kommen auf 1.531 Euro.
Ergänzende Vorsorge kann die Lücke verkleinern. Die betriebliche Altersvorsorge – Einzahlungen direkt aus dem Bruttogehalt, steuerfrei in der Ansparphase – bietet auch ab 45 noch relevante Möglichkeiten.
Mehr als 60 Prozent der Rentnerinnen erhalten Rente unter Armutsgrenze
Warum das wichtig ist
Wer als Frau heute 150 Euro brutto monatlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlt, trägt netto je nach Steuerklasse nur 80 bis 100 Euro bei – und baut über 20 Jahre ein Zusatzeinkommen von rund 205 Euro monatlich auf.