Die Spitzen von CDU, CSU und SPD sind am Mittwoch im Kanzleramt zusammengekommen, um ein großes Reformpaket zu schnüren. Auf dem Tisch liegen Steuerreform, Rentenrecht, Gesundheit, Pflege und Arbeitsmarkt. Der Druck ist hoch: Finanzminister Lars Klingbeil legt kommenden Montag den Haushaltsentwurf 2027 vor, zentrale Reformen sollen noch vor der Sommerpause stehen.

Beim Thema Steuern hat Klingbeil zwei Modelle vorgelegt. Das größere sieht Entlastungen von rund 25 bis 28 Milliarden Euro vor, finanziert unter anderem durch eine höhere Erbschaftsteuer – die die Union ablehnt. Das kleinere Modell kommt auf gut zehn bis 17 Milliarden Euro. Wer zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto verdient, soll laut Koalitionsvertrag spürbar entlastet werden. Einigkeit besteht dem Vernehmen nach bei einer möglichen Anhebung der sogenannten Reichensteuer, die ab einem Jahreseinkommen von 200.000 Euro greifen könnte. Bei der Rente wollen beide Seiten die Ergebnisse der Rentenkommission vollständig umsetzen.

Beim Arbeitsmarkt dagegen liegen die Positionen weit auseinander. Die Union fordert schwächeren Kündigungsschutz und einen Karenztag bei Krankmeldungen – für die SPD rote Linien.