Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss auf eine Reform der Einkommensteuer geeinigt. Sie soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten und vor allem geringe und mittlere Einkommen entlasten. Das Gesamtvolumen beträgt rund zehn Milliarden Euro pro Jahr.
Doch Ökonomen dämpfen die Erwartungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln rechnet vor, dass allein der Ausgleich der sogenannten kalten Progression – einer schleichenden Steuererhöhung durch Inflation, die die Regierung ohnehin jährlich ausgleicht – bereits rund acht Milliarden Euro davon aufzehrt. Steuerexperte Tobias Hentze warnt: Im Jahr 2028 bleibe für die meisten Haushalte netto kaum mehr übrig als heute, weil gleichzeitig die Rentenbeiträge steigen. Der Rentenbeitrag soll laut Prognose der Deutschen Rentenversicherung von derzeit 18,6 auf 19,9 Prozent klettern.
Parallel verhandelt die Koalition noch über Reformen bei Kranken- und Pflegeversicherung. Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen zusätzlich 2,5 Milliarden Euro, weshalb die abschließende Bundestagsberatung auf Ende nächster Woche verschoben wurde.
Koalition einigt sich auf Steuerreform – Experten zweifeln an Wirkung
Warum das wichtig ist
Wer 2027 auf mehr Netto hofft, sollte wissen: Steigende Rentenbeiträge könnten die Steuerentlastung für viele Haushalte vollständig auffressen.