Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant, die Besteuerung von Kryptowährungen grundlegend umzugestalten. Konkret soll die einjährige Haltefrist fallen, die Anleger bislang vor dem Fiskus schützt: Wer Bitcoin oder andere Digitalwährungen länger als zwölf Monate hält, kann Gewinne derzeit steuerfrei einstreichen. Diese Regelung basiert auf § 23 des Einkommensteuergesetzes und gilt auch für Gold, Kunst und Luxusuhren.

Künftig sollen Krypto-Gewinne wie Aktienerlöse behandelt werden – also pauschal mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Viele Details, darunter mögliche Übergangsregelungen, sind noch offen. Unklar ist auch, ob der Koalitionspartner CDU/CSU mitspielt: Im Koalitionsvertrag haben beide Parteien vereinbart, keine Steuern zu erhöhen.

Der Widerstand wächst. Eine Bundestagspetition gegen die Abschaffung der Haltefrist wurde am 4. August 2026 freigeschaltet und erreichte bereits am ersten Tag rund 21.000 Mitzeichnungen. Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag von BearingPoint besitzen derzeit 12,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Kryptowährungen – das entspricht knapp 8,9 Millionen Menschen.