Ein wochenlanger Ausverkauf bei Chip- und KI-Aktien hat die Wall Street am Donnerstag erneut belastet. Der Nasdaq-Index schloss bei 26.713 Punkten – kaum verändert, nachdem er im frühen Handel noch deutlich tiefer notiert hatte. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 7.744 Punkte zu. Der Dow Jones gewann rund ein Prozent und schloss bei 52.177 Zählern.

Hinter dem Druck stecken zwei Faktoren. Erstens zweifeln Anleger zunehmend daran, ob sich die milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur jemals rechnen. Zweitens steigen die Zinsen: US-Erzeugerpreise kletterten im September so stark wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Händler beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Dezember inzwischen auf 67 Prozent. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung – besonders für schuldenreiche Tech-Konzerne. Die Verluste bei US-Chipwerten summieren sich binnen einer Woche auf mehr als eine Billion Dollar.

Auch positive Signale halfen kaum: Chiphersteller TSMC meldete einen Rekordgewinn, gab aber einen vorsichtigen Ausblick für 2027 – was Broadcom- und Nvidia-Aktien zusätzlich belastete.