Die EZB-Bankenaufsicht hat der italienischen Großbank UniCredit grünes Licht gegeben, die Commerzbank zu übernehmen. UniCredit darf ihren Anteil über die bisherige Schwelle von 30 Prozent hinaus erhöhen – ohne weitere Obergrenze. Die Bank selbst nennt die Entscheidung einen „wichtigen Meilenstein".

Konkret bedeutet das: UniCredit kann nun die Commerzbank-Aktien, die sie sich im Sommer über ein Tauschangebot gesichert hatte, in eigene Anteile umwandeln. Damit steigt ihr Anteil von knapp 30 auf fast 50 Prozent. Die restlichen Genehmigungsschritte sollen bis Jahresende abgeschlossen sein – dann verfügt UniCredit voraussichtlich über rund 50 Prozent der Stimmrechte und übernimmt die Kontrolle. Im Mai hatte die Mailänder Bank ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt und sich so Zugriff auf knapp die Hälfte der Anteile gesichert, teils über komplexe Finanzgeschäfte.

Die EZB-Entscheidung überrascht kaum: Die Aufsichtsbehörde, die die größten Banken im Euroraum kontrolliert, hat wiederholt signalisiert, dass sie grenzüberschreitende Bankenfusionen befürwortet, um den EU-Binnenmarkt zu stärken.