Das Weltwirtschaftsforum (WEF) – das jährlich in Davos tagende Gipfeltreffen von Wirtschaft und Politik – könnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde schon nächsten Monat zu seiner neuen Vorsitzenden küren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere WEF-Insider.
Demnach tritt das WEF-Kuratorium am 2. November zusammen. Lagarde, 70, gehört dem Gremium selbst an und genießt dort breite Unterstützung – eine Wahl gilt aber noch nicht als sicher. Alternativ könnte das Kuratorium bei der Sitzung lediglich einen Abstimmungstermin festlegen, sodass Lagarde beim Jahrestreffen im Januar in Davos bereits als designierte Chefin auftreten würde. Das WEF bestätigte keinen konkreten Termin, strebt die Sitzung aber noch vor Jahresende an.
Ein Wechsel hätte Folgen für die EZB: Lagardes Amtszeit läuft regulär bis Oktober 2027. Ende September schloss sie selbst einen vorzeitigen Abgang erstmals nicht mehr aus. Ohnehin stehen bei der EZB mehrere Personalentscheidungen an – darunter die Nachfolge von Direktorin Isabel Schnabel (Abgang Januar 2027) und Chefvolkswirt Philip Lane (Amtsende Mai 2027).
WEF könnte Lagarde am 2. November zur neuen Chefin wählen
Warum das wichtig ist
Ein vorzeitiger Lagarde-Rücktritt würde die Führungsspitze der EZB neu ordnen – der Nachfolger oder die Nachfolgerin entscheidet künftig über den Leitzins und damit über Kreditzinsen und Sparerträge in der Eurozone.