Wer sein Haus energetisch sanieren will, stößt schnell auf ein Paradox: Die staatliche Förderbank KfW bietet Kredite zu Konditionen an, die weit unter dem Marktniveau liegen – doch an die Mittel heranzukommen ist schwierig. Denn die KfW vergibt ihre Darlehen nicht direkt, sondern ausschließlich über Partnerbanken, die dafür eine Provision erhalten.
Konkret: Der KfW-Ergänzungskredit 358 richtet sich an Eigenheimbesitzer mit einem Jahreseinkommen bis 90.000 Euro. Bei fünf Jahren Zinsbindung liegt der Zinssatz bei 0,01 Prozent, bei zehn Jahren zwischen 1,43 und 2,65 Prozent – das ist deutlich günstiger als marktübliche Immobilienkredite. Der Ergänzungskredit 359 steht auch Personen mit höherem Einkommen und Vermietern offen, zu leicht höheren, aber immer noch unterdurchschnittlichen Konditionen. Beide Programme erlauben eine tilgungsfreie Anlaufzeit von bis zu fünf Jahren.
Das Problem liegt bei der Vermittlung: In einem Selbsttest lehnten mehrere der 18 angefragten Banken die Weitergabe dieser Kredite ab – teils grundsätzlich, teils mit Mindestgrenzen von 25.000 Euro.
KfW-Förderkredite: Günstig auf dem Papier, schwer zu bekommen
Warum das wichtig ist
Wer etwa 20.000 Euro für neue Fenster oder eine Wärmepumpe finanzieren will, muss bei mehreren Banken aktiv nachfragen – die eigene Hausbank vermittelt den KfW-Kredit häufig nicht.