Rund 14 Prozent aller ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer konnten in den vergangenen zwölf Monaten kein Ticket bar bezahlen, obwohl sie es wollten. Das zeigt eine forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV). Bezogen auf alle Befragten waren es zehn Prozent – hochgerechnet auf tatsächliche Nahverkehrsnutzer entspricht das etwa jeder siebten Person.
Wer am Automaten scheiterte, wich meist auf digitale Zahlungsmittel aus. Andere fuhren ohne Fahrschein oder verzichteten ganz auf Bus und Bahn. Der VZBV fordert deshalb eine gesetzliche Pflicht zur Bargeldakzeptanz an Ticketautomaten. Hintergrund: Die EU verhandelt derzeit – die Schlussrunde zwischen Kommission, Rat und Parlament soll diese Woche beginnen – über eine Verordnung, die Bargeld als Zahlungsmittel stärken soll. Die Verbraucherschützer befürchten jedoch, dass Ticketautomaten aus dieser Pflicht ausgenommen bleiben könnten, da der Gesetzestext sie nicht ausdrücklich nennt.
VZBV-Expertin Dorothea Mohn betont, der Zugang zum Nahverkehr dürfe nicht von der Zahlungsart abhängen – das sei letztlich eine Frage sozialer Teilhabe.
Jeder Siebte scheitert beim Ticketkauf mit Bargeld im ÖPNV
Warum das wichtig ist
Wer kein Smartphone oder keine Bankkarte nutzt, riskiert künftig, ohne gültigen Fahrschein zu fahren oder ganz auf den Bus zu verzichten – je nachdem, wie die EU-Verordnung am Ende formuliert wird.