Die Bank of Japan erhöht ihren Leitzins – den geldpolitischen Schlüsselzinssatz, mit dem Notenbanken Kreditkosten und Inflation steuern – auf den höchsten Stand seit 1994. Ausschlaggebend dafür sind stark gestiegene Energiepreise, die den Inflationsdruck in Japan zuletzt deutlich erhöht haben.
Die Notenbanker in Tokio reagieren damit auf ein Problem, das viele westliche Zentralbanken bereits hinter sich haben: Japan hielt jahrzehntelang an einer Nullzinspolitik fest, um die Wirtschaft zu stützen. Dieser Kurs dreht sich nun spürbar. An den asiatischen Börsen reagierten Nikkei und Topix – die beiden wichtigsten japanischen Aktienindizes – mit leichten Verlusten, blieben insgesamt aber ruhig.
Der Schritt gilt als Signal, dass Japan seinen geldpolitischen Sonderweg endgültig verlässt. Investoren weltweit beobachten die Entwicklung genau, weil Japan als einer der größten Gläubiger der Welt globale Kapitalströme beeinflussen kann.
Japans Notenbank hebt Leitzins auf höchsten Stand seit 31 Jahren
Warum das wichtig ist
Steigen japanische Zinsen, werden Yen-Anlagen attraktiver – das kann Kapital aus anderen Märkten abziehen und dort Kursschwankungen auslösen, auch in europäischen Depots.