Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hat ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorgestellt: Steuersenkungen und höhere Ausgaben im Umfang von 26 Milliarden Euro sollen mittlere Einkommen und Selbstständige entlasten. Die Rechnung dafür schickt Meloni vor allem an Banken, Versicherer, Energiekonzerne und die Glücksspielbranche.

Der Finanzsektor trägt mit mehr als fünf Milliarden Euro den größten Teil. Konkret steigt die Körperschaftsteuer – also die Steuer auf Unternehmensgewinne – für Banken von 27,5 auf 30,5 Prozent, für Versicherer von 24,1 auf 27,0 Prozent. Energiekonzerne und die Glücksspielbranche zahlen jeweils 700 Millionen Euro zusätzlich. Meloni erklärte, sie rechne trotzdem nicht mit Klagen der betroffenen Institute. Vize-Wirtschaftsminister Maurizio Leo betonte, die Kapitalquoten der Banken sollten unberührt bleiben.

Auf der Entlastungsseite profitieren Selbstständige besonders: Die Flat-Tax-Grenze – ein pauschaler Steuersatz von 15 Prozent – steigt von 85.000 auf 100.000 Euro Jahreseinkommen. Gleichzeitig warnt n-tv, dass das Haushaltsdefizit 2027 auf 3,4 Prozent des BIP steigen dürfte – und damit über der EU-Obergrenze von drei Prozent läge.