Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hält die Ölmärkte in Atem: Brent-Rohöl kostete zuletzt 89,07 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem die Preise seit Ende Juni durch US-Militärschläge gegen Iran wieder nach oben getrieben wurden.
Kern des Problems ist die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund 25 Prozent des globalen Seehandels mit Öl fließen. Irans Angriffe auf Schiffe dort belasten die weltweite Rohölversorgung erheblich.
Zusätzlichen Druck erzeugen die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen, die eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt haben. Das Königreich hatte zwei Drittel seiner Ölexporte über das Rote Meer umgeleitet – diese Ausweichroute fällt damit weitgehend weg.
Goldman Sachs warnt, dass Brent auf über 120 Dollar steigen könnte, sollte sich die Lage an der Straße von Hormus nicht beruhigen. Als Basisszenario gilt das jedoch nicht; für das vierte Quartal 2026 erwarten die Analysten 80 Dollar je Barrel.
Für Deutschland kommt der Ölpreisanstieg zur Unzeit: Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern wuchsen im ersten Halbjahr zwar um 0,8 Prozent auf 451,2 Milliarden Euro, doch Umsatz- und Körperschaftsteuer laufen schleppender als erwartet. Der ZEW-Konjunkturindex stieg im Juli zwar auf 26,3 Punkte – den höchsten Stand seit Februar –, doch Experten mahnen zur Vorsicht, solange die Ölpreislage ungeklärt bleibt.
Iran-Krieg treibt Ölpreis – und belastet Deutschlands Konjunktur
Warum das wichtig ist
Steigende Ölpreise verteuern Energie und Kraftstoffe direkt, dämpfen die Kaufkraft und könnten die erhoffte Konjunkturerholung in Deutschland verzögern.