Wer eine Immobilie als Inflationsschutz hält, erlebt gerade das Gegenteil: Alle drei großen Wohnimmobilien-Segmente haben im zweiten Quartal inflationsbereinigt an Wert verloren. Das zeigt der Greix-Index des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), der auf Transaktionsdaten aus 25 deutschen Städten basiert.
Am härtesten trifft es Mehrfamilienhäuser, auch Zinshäuser genannt: Ihre Kaufpreise fielen nominal um 3,5 Prozent, real – also nach Abzug der Inflation – sogar um 5,9 Prozent. Eigentumswohnungen kosteten zwar nominal 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr, real sanken sie aber um 2,1 Prozent. Einfamilienhäuser verloren real 0,7 Prozent, obwohl sie nominal 1,9 Prozent zulegten. IfW-Experte Jonas Zdrzalek fasst es so zusammen: »Im Jahresvergleich liegen alle drei Marktsegmente real im Minus.« Das IfW weist darauf hin, dass die Zahlen bei Mehrfamilienhäusern wegen geringerer Transaktionszahlen als Tendenz zu verstehen sind.
Besonders ausgeprägt ist der Rückgang in teuren Städten. In Stuttgart sanken die Preise für Mehrfamilienhäuser real um 11,9 Prozent.
Immobilienpreise sinken real – Mehrfamilienhäuser verlieren am stärksten
Warum das wichtig ist
Wer eine Immobilie zur Altersvorsorge besitzt, hat zwar nominal mehr Geld – kann sich davon aber weniger kaufen als noch vor einem Jahr.