Der Tarifstreit bei Volkswagen spitzt sich zu. Die IG Metall wirft dem VW-Vorstand vor, mit seiner Kommunikation rund um die Sparpläne Vertrauen zu verspielen. Niedersachsens IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung": „Die Zeichen stehen auf Konflikt." Die Art, wie der Vorstand die Debatte führe, sei ein „Super-GAU" – schädlich auch für das Kundenvertrauen.
Hintergrund ist das verschärfte Sparprogramm von Konzernchef Oliver Blume. Bereits laufende Stellenstreichungen – 50.000 Jobs bis 2030 – reichen dem Management demnach nicht aus. Zusätzlich stehen vier Werke auf dem Prüfstand: Emden, Zwickau, das Audi-Werk in Neckarsulm und Hannover. Dort stellte sich Finanzvorstand Arno Antlitz diese Woche den Beschäftigten und betonte die Notwendigkeit weiterer Einsparungen.
Gröger verwies auf die bis Jahreswechsel geltende Friedenspflicht – danach wären Streiks rechtlich möglich. Zugleich warnte er vor Plänen, Sparmaßnahmen über eine außerordentliche Hauptversammlung am Aufsichtsrat vorbei durchzusetzen. Das sei ein „unglaublicher Vorgang". Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, dessen Land Großaktionär ist, lehnt Werksschließungen und Massenentlassungen ab.
IG Metall warnt VW-Vorstand: „Zeichen stehen auf Konflikt"
Warum das wichtig ist
Für die rund 8.000 Beschäftigten allein im Werk Zwickau steht laut VW-Chef Blume bisher keine „wettbewerbsfähige Belegung" für das nächste Jahrzehnt fest.