Die IG Metall geht in die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie mit einem klaren Ziel: Die Kaufkraft der rund 3,7 Millionen Beschäftigten soll mindestens erhalten bleiben. Die genaue Lohnforderung will die Gewerkschaft in den kommenden Wochen festlegen.

Grundlage ist eine Beschäftigtenbefragung mit 267.000 Teilnehmern. Knapp 48 Prozent sprachen sich darin für „moderate" Lohnerhöhungen aus, 35 Prozent für „kräftige". Gewerkschaftschefin Christiane Benner betonte, Arbeitsplätze seien durch unfairen Wettbewerb bedroht – nicht durch zu hohe Löhne. Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten einzelner Betriebe sei die IG Metall gesprächsbereit, verlange aber Gegenleistungen: Investitionszusagen und Beschäftigungsgarantien.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall widerspricht der Lageeinschätzung scharf. Laut einer eigenen Umfrage bewerten nur 19 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation als gut, jedes vierte macht Verluste. Die Arbeitgeber fordern, Kosten zu senken, um den Industriestandort Deutschland zu sichern.