Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schlägt vor, die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I für ältere Arbeitnehmer zu kürzen. Hintergrund ist ein prognostiziertes Defizit der Bundesagentur für Arbeit von rund zehn Milliarden Euro im laufenden Jahr.
Aktuell gilt: Wer unter 50 Jahre alt ist, bekommt maximal zwölf Monate Arbeitslosengeld I. Ältere erhalten mehr – gestaffelt nach Alter. Konkret heißt das: 50- bis 54-Jährige bekommen bis zu 15 Monate, 55- bis 57-Jährige bis zu 18 Monate, und ab 58 Jahren sind es maximal 24 Monate. Das IAB hat nun durchgerechnet, was eine Vereinheitlichung kosten würde. Eine Deckelung auf 12 Monate für alle Altersgruppen brächte 2,4 Milliarden Euro Ersparnis pro Jahr. Eine Obergrenze von 15 Monaten immerhin noch 1,4 Milliarden. Zusätzlich schätzt das IAB, dass ein Motivationseffekt – Jobsuchende werden kurz vor Ablauf des Anspruchs aktiver – die Einsparungen um weitere 50 Prozent erhöhen könnte. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände unterstützt eine einheitliche 12-Monats-Grenze.
IAB-Studie: Kürzeres ALG I für Ältere spart bis zu 2,4 Mrd. Euro
Warum das wichtig ist
Wer 50 Jahre oder älter ist und seinen Job verliert, könnte künftig statt bis zu 24 Monaten nur noch 12 oder 15 Monate Arbeitslosengeld I erhalten – ein Beschluss steht aber noch aus.