Nur noch 43,5 Prozent der deutschen Haushalte leben im Wohneigentum – so wenige wie seit 2005 nicht mehr. Das zeigt eine Studie des Pestel-Instituts, über die die Augsburger Allgemeine berichtete. Im EU-Vergleich belegt Deutschland damit den letzten Platz.

Institutsleiter Matthias Günther nennt drei Hauptursachen: hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und eine fehlgeleitete Wohnungsbaupolitik. Konkret heißt das: Seit dem Jahr 2000 sind die Herstellungskosten für Wohnungen um 160 Prozent gestiegen – die allgemeinen Verbraucherpreise dagegen nur um 64 Prozent. Selbst Doppelverdiener mit Durchschnittseinkommen können sich Wohneigentum kaum noch leisten. Als politischen Wendepunkt nennt Günther die Streichung des Baukindergelds 2021, einer staatlichen Förderung für Familien beim Immobilienkauf.

Besonders hart trifft es jüngere Altersgruppen: Fast drei Viertel der 25- bis 45-Jährigen wohnen zur Miete. Günther warnt, dass steigende Mieten langfristig in Altersarmut führen. Er fordert einen „Wohneigentumsplan des Bundes", der jährlich mindestens 200.000 Haushalte in Wohneigentum bringen soll.