Der Insolvenzverwalter der Signa Prime Capital Invest GmbH (SPCI) verklagt den Wiesbadener Versicherungskonzern R+V auf Schadenersatz. Die SPCI ist eine von vielen insolventen Gesellschaften aus dem Immobilienreich des inhaftierten Unternehmers René Benko. Die Klage vertritt die Wiener Kanzlei Schönherr.
Laut Kläger soll R+V aktiv an einer sogenannten Ring-Finanzierung mitgewirkt haben – einer Finanzkonstruktion, bei der Gelder kreisförmig zwischen Beteiligten fließen – und dabei selbst finanziell profitiert haben. Das Investment tätigte R+V demnach im Jahr 2020. Der Konzern, der zur Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken gehört, bezeichnet das Vorgehen als „marktüblich" und alle regulatorischen Anforderungen als erfüllt. Eine Erfolgsaussicht der Klage sieht R+V nicht.
Die Finanzaufsicht Bafin stuft die Struktur als grundsätzlich zulässig ein, weist aber darauf hin, dass sie das Risiko für den Versicherer deutlich erhöhen kann. Anwalt Christoph Lindinger kündigte an, weitere Klagen gegen andere deutsche Versicherungskonzerne seien in Vorbereitung.
Klage gegen R+V: Versicherer soll Benko-Konstruktion mitgebaut haben
Warum das wichtig ist
Wer bei R+V eine Lebensversicherung hält, sollte verfolgen, ob die Klage Auswirkungen auf die Finanzkraft des Konzerns hat – das Verfahren ist noch offen.