Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, spricht sich für höhere Abschläge beim vorzeitigen Renteneintritt aus. Das erklärte er gegenüber der „Rheinischen Post" – und räumt dabei offen ein, dass diese Position auch in den eigenen Reihen auf Widerstand stoßen wird.

Dittrich ist selbst Dachdeckermeister und weiß, wie hart körperliche Arbeit ist. Trotzdem zieht er eine klare Linie: 90 Prozent der Dachdecker schaffen es nicht bis zur regulären Altersgrenze – aber das gelte eben nicht für alle Berufsgruppen in Deutschland. Deshalb müsse das tatsächliche Rentenalter gesellschaftlich insgesamt steigen. „Geht nicht anders", so Dittrich. Das Rentensystem funktioniere nach dem Umlageverfahren – jüngere Beitragszahler finanzieren die laufenden Renten –, und dieses Prinzip stoße demografisch an seine Grenzen. Wer an allen bisherigen Ansprüchen festhalte, ohne die Finanzierung zu klären, mache es sich zu leicht. Auch die Bundesbank hatte die aktuellen Abschläge von 0,3 Prozent pro Monat bereits als zu niedrig kritisiert.