Der GKV-Spitzenverband – der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen – hat eine eigene Studie zum Abrechnungsbetrug im deutschen Gesundheitswesen in Auftrag gegeben. Vorstandsmitglied Martin Krasney begründete den Schritt damit, dass Politik und Kassen seit Jahren über eine solche Erhebung debattieren, ohne dass sie je beauftragt wurde.
Die Schadensdimension ist erheblich: Internationale Studien beziffern das sogenannte Dunkelfeld – also nicht erfasste Fälle – auf fünf bis zehn Prozent der Gesundheitsausgaben. Überträgt man Berechnungen eines britischen Forscherteams, das seit 1988 weltweit Betrugskosten analysiert, auf Deutschland, ergibt sich bei Kassenausgaben von mehr als 350 Milliarden Euro jährlich ein Schaden von über 20 Milliarden Euro. Bislang tauchen diese Fälle weder in der Kriminalstatistik noch in den GKV-eigenen Zahlen auf.
Die Studie läuft seit Anfang Oktober und wird von den Juristen Kai Bussmann (Universität Halle-Wittenberg) und Ralf Kölbel (München) geleitet. Ergebnisse und konkrete Gegenmaßnahmen sind für April 2029 geplant.
GKV beauftragt Studie: Abrechnungsbetrug kostet Kassen bis zu 20 Mrd. Euro
Warum das wichtig ist
Veruntreute Beitragsmittel fehlen direkt in der Versorgung – jeder Euro, der durch Betrug abfließt, steht nicht für Behandlungen zur Verfügung.