Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland konnte in diesem Jahr mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos bezahlen. Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Genoverbandes, für die im August 1.534 Menschen repräsentativ befragt wurden. Der Anteil stieg auf 56 Prozent – gegenüber 45 Prozent im Jahr 2021. Die meisten Betroffenen berichten von zwei bis fünf solcher Fälle allein im laufenden Jahr.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will dagegen vorgehen: Geschäfte und Restaurants sollen künftig verpflichtet werden, neben Bargeld auch Karten- und Smartphone-Zahlungen zu akzeptieren. Die Eckpunkte dafür befinden sich noch in der Abstimmung; das Finanzministerium strebt einen Kabinettsbeschluss noch in diesem Jahr an, die Umsetzung ist für 2027 geplant. Digitale Zahlungen erschweren laut Ministerium Steuerhinterziehung und Geldwäsche, weil sie stets dokumentiert werden.

Unter 196 befragten Volksbank-Vorständen im Genoverband-Gebiet – das alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg umfasst – befürworten 77 Prozent eine solche Akzeptanzpflicht. Gleichzeitig sprechen sich 49 Prozent dafür aus, dass Bargeld bis zu einer bestimmten Höchstgrenze weiterhin verpflichtend angenommen werden muss.