Die Bundesregierung hat die sogenannte Frühstartrente beschlossen. Konkret zahlt der Staat für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit monatlich zehn Euro in ein privates Altersvorsorgedepot ein — ein kapitalgedecktes Konto, das Geld am Aktienmarkt anlegt statt in die gesetzliche Rentenkasse fließen zu lassen.

Zusätzlich können Eltern, Großeltern oder andere Personen bis zu 6.840 Euro pro Jahr einzahlen. Die erwirtschafteten Erträge bleiben bis zum Rentenbeginn steuerfrei. Ausgezahlt wird das angesparte Kapital erst im Rentenalter.

Das erklärte Ziel: Kinder früh an den Kapitalmarkt heranführen und den sogenannten Zinseszinseffekt nutzen — also den Mechanismus, bei dem Erträge reinvestiert werden und selbst wieder Erträge erwirtschaften. Kritikerinnen wie die Zukunftsforscherin Friederike Müller-Friemauth sehen darin auch eine gesellschaftliche Verschiebung: Altersvorsorge werde zunehmend zur privaten Aufgabe, während die gesetzliche Rente allein den gewohnten Lebensstandard für viele kaum noch sichern dürfte.