Die US-Notenbank Federal Reserve ist sich über ihren weiteren Zinskurs uneinig. Das zeigen die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der September-Sitzung vom 15. und 16. September. Einstimmig beschlossen die Notenbanker damals eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent – doch was dieser Schritt bedeutet, bewerten die Mitglieder grundverschieden.
Ein Lager sieht die Anhebung als Vorsichtsmaßnahme gegen anhaltend hohe Inflation, die seit fünfeinhalb Jahren über dem Fed-Ziel von zwei Prozent liegt. Das andere Lager wertet sie als Einstieg in eine deutlich restriktivere Geldpolitik – also eine bewusste Bremsung der Wirtschaft. Trotz dieser Differenzen erwartet die Mehrheit der Notenbanker noch einen weiteren Zinsschritt bis Jahresende. Eine längere Serie von Erhöhungen plant die Fed offenbar nicht. Erschwerend kommen zwei Faktoren hinzu: steigende Energiepreise durch den Iran-Krieg und der Investitionsboom rund um künstliche Intelligenz, der zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen könnte.
Fed-Protokolle zeigen: US-Notenbank streitet über nächsten Zinsschritt
Warum das wichtig ist
Wer einen variablen Kredit oder eine Baufinanzierung plant, sollte wissen: Ein weiterer Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte gilt als wahrscheinlich – danach könnte der Zinsgipfel vorerst erreicht sein.