Kevin Warsh hat die US-Notenbank Federal Reserve auf ihrer ersten Sitzung unter seiner Leitung klar auf Kurs gebracht: Preisstabilität steht an erster Stelle. Das zeigen die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Juni-Sitzung.

Die Währungshüter stellten dabei fest, dass die Inflation weiterhin über dem Zielwert von 2,0 Prozent liegt. Gleichzeitig strichen sie eine Formulierung aus dem Begleittext zum Zinsentscheid, die bisher auf eine mögliche geldpolitische Lockerung – also künftige Zinssenkungen – hingedeutet hatte. Das Signal ist eindeutig: Zinssenkungen rücken vorerst in die Ferne. Warsh nutzte seine erste Pressekonferenz als Notenbankchef auch, um Kritik an seinem Vorgänger Jerome Powell anzudeuten, dessen Fed die Inflation in den vergangenen Jahren nicht ausreichend kontrolliert habe. Parallel diskutiert Warsh, ob Künstliche Intelligenz mittelfristig als Inflationsbremse wirken könnte – ein Argument, das Zinssenkungen irgendwann wieder begründen soll.

Ob diese Wette aufgeht, bleibt offen. Zunächst gilt: Die Fed hält den Fuß auf der Bremse.