Steigende Anleiherenditen weltweit verteuern Immobilienkredite in Deutschland spürbar: Bauzinsen für zehnjährige Zinsbindungen liegen laut Analysefirma Barkow Consulting aktuell bei rund 4,25 Prozent – der höchste Stand seit Mai 2011.

Der Auslöser kommt aus den USA: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 5,03 Prozent – das höchste Niveau seit 2007. Treiber sind Inflationssorgen infolge gestiegener Ölpreise sowie die wachsende US-Staatsverschuldung, die zuletzt die Marke von 40 Billionen Dollar überstieg.

Der Anstieg strahlt nach Europa aus: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen – also deutscher Staatspapiere – stieg auf 3,57 Prozent, ein Mehrjahreshoch. Da sich Bauzinsen an diesen Bundesanleihen orientieren, steigen die Kreditkosten für Hauskäufer direkt mit.

Wer wenig Eigenkapital einbringt und über 20 Jahre finanziert, zahlt laut Interhyp sogar bis zu 4,62 Prozent effektiven Jahreszins. Experte Max Herbst von der FMH-Finanzberatung hält weitere Anstiege auf bis zu 4,5 Prozent für möglich.

Erschwerend kommt hinzu: Deutschland hat mit einer Wohneigentumsquote von nur 44 bis 46 Prozent ohnehin das niedrigste Niveau in Europa – weit hinter Spanien (76 Prozent) oder Polen (85 Prozent).