Ein früherer Teamleiter der Deutschen Bank hat vor dem Landgericht Frankfurt gestanden, zwischen 2023 und 2025 mehr als 600.000 Euro von Konten wohlhabender Kunden auf eigene Konten umgeleitet zu haben. Als Motiv nannte er finanzielle Schwierigkeiten – den Großteil des gestohlenen Geldes verspekulierte er an der Börse.
Die Deutsche Bank entdeckte die Vorgänge 2025 im Zuge regulärer Geldwäschekontrollen, entschädigte die betroffenen Kunden und trennte sich von dem Mitarbeiter. Im Prozess wurde jedoch auch ein internes Kontrollversagen sichtbar: Weil die Transaktionen teils fünfstellige Beträge umfassten, benötigten sie die Freigabe weiterer Bankmitarbeiter. Der Angeklagte fälschte dafür bestehende Kunden-E-Mails – was laut eigener Aussage gegen interne Richtlinien verstieß. Kollegen hätten die Aufträge telefonisch verifizieren müssen, taten es aber nicht.
Betroffen waren ausschließlich Kunden des Private Banking – also Personen mit einem frei verfügbaren Einkommen von mindestens 250.000 Euro jährlich. „Ich habe gehofft, dass einzelne Buchungen nicht auffallen", sagte der Angeklagte.
Ex-Deutsche-Bank-Manager gesteht: 600.000 Euro von Kundenkonten gestohlen
Warum das wichtig ist
Wer Geld bei einer Bank anlegt, verlässt sich auf interne Kontrollen – dieser Fall zeigt, dass diese auch bei großen Instituten versagen können.