Der europäische Erdgaspreis hat am Montag die Marke von 100 Euro fast erreicht. Der TTF-Terminkontrakt – der maßgebliche Referenzpreis für Erdgas in Europa – kletterte an der Amsterdamer Börse auf 97,64 Euro je Megawattstunde. Das entspricht einem Tagesplus von knapp drei Prozent und dem höchsten Stand seit Ende 2022.
Der Anstieg ist dramatisch: Allein im Oktober verteuerte sich Gas um rund ein Drittel, seit Jahresbeginn hat sich der Preis mehr als verdreifacht. Zwei Faktoren treiben die Notierung besonders stark. Erstens sorgt der Krieg zwischen den USA und dem Iran für Unsicherheit an den Energiemärkten – die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Flüssiggas weltweit, grenzt direkt an den Iran. Zweitens kauft Deutschland gezielt zusätzliche Gasmengen, um die Speicher vor dem Winter zu füllen; derzeit sind sie zu mehr als 61 Prozent gefüllt.
Für Haushalte kommen die hohen Weltmarktpreise verzögert an, weil Gasverträge meist längere Laufzeiten haben. In Baden-Württemberg etwa stieg der Gaspreis für Privatkunden in den vergangenen zwölf Monaten bereits um 22 Prozent.
Europäischer Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit 2022
Warum das wichtig ist
Wer seinen Gasvertrag demnächst verlängert oder neu abschließt, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen – in Baden-Württemberg zahlten Haushalte zuletzt schon 22 Prozent mehr als vor einem Jahr.